Killerchamäleons

Wednesday, 26. March 2008

Killerchamäleons. Credits und Setup. (Teil 3)

4.
Das riesige Erdgeschoß des Einkaufszentrums, eine stuckverzierte Rokokonachbildung einer austauschbar-typischen italienischen Piazza samt Brunnen und künstlichen Häuserfronten für die Ladeneingänge, zu deren Mitte sich von allen Seiten runde Kaffeetische mit Sesseln aber (weil innen) ohne Schirme vortasten. Die Szene ist von Leuten überströmt und wird aus einem erhöhten Winkel gezeigt, nicht unähnlich der Perspektive einer Überwachungskamera. Man hört Gemurmel und undifferenzierte Popmusik im Hintergrund.

Die Namen der Hauptdarsteller, der Produzenten werden über das Bild geblendet. Schließlich erscheint der Titel
KILLERCHAMÄLEONS.
Wenn Du Sie siehst, ist es zu spät!

und ein paar animierte Chamäleons laufen flink über den Bildschirm.

Schnitt zu:

5.
Einer von mehreren Nebeneingängen zur "Piazza", eine automatische Glasschiebetür hat kaum Gelegenheit sich zu schließen, weil ununterbrochen Menschen herein und hinaus wollen, viele davon bepackt mit Plastik- und Papiertaschen von soeben getätigten Einkäufen. Wir sehen die uns vom Vorspann bekannte Familie hereineilen.

Schnitt zu

6.
Der Polizist von vorhin sitzt, mit dem Rücken zum Eingang aus #5 hinter einem Brunnen und dreht sich alle paar Sekunden um. Die Kamera hält auf ihn, aber in der Flucht tauchen wieder die Umrisse der Familie auf. Nach einigen Sekunden erkennen sie sich gegenseitig. Er steht auf und die Kinder laufen mit lauten Rufen ("Papa!") auf ihn zu, umarmen ihn. Die Frau hält sich im Hintergrund.
FRANK:
Wo ist denn Luisa?
KATHRIN:
Die hatte schon etwas vor. Hört mal, ich muß noch einmal kurz ins Büro. Ihr braucht nicht auf mich zu warten.
FRANK:
Ist schon OK, wir werden inzwischen ein Eis essen, was meint ihr, Kinder?
KINDER:
Jaaaaaa!!!
Kathrin verschwindet in Richtung eines Aufzuges. Der Zugang zum Büro (das sich im nebenan gelegenen Bürogebäude befindet) ist über die Tiefgarage.

Schnitt zu:

7.
Man sieht nacheinander zwei oder drei Szenen, in denen finstere Typen mit Rucksäcken diese gleichzeitig abstellen und an strategisch vorteilhaften Stellen (noch unerkennbare) Sprengsätze anbringen.

8.
Im Obergeschoß, das wenigstens Teilweise als Galerie angelegt ist, taucht aus einem anderen Aufzug gemeinsam mit Freunden Frank und Kathrins Tochter Luisa auf, cool Kaugummi kauend und mit Kopfhörern. Sie passiert einen weiteren sinistren Mann mit einem Rucksack. Ein paar Sekunden später deponiert auch dieser etwas aus seinem Rucksack im Aufzug, dann sieht er sich zweimal um, und verschwindet in einer Gruppe von Menschen.

9.
MARIE:
Papa! Schau mal!
Das kleine Kind steht an ein Schaufenster gedrückt, worin einige Chamäleons in Käfigen sitzen. Man sieht die Reflexion ihres Vaters, der sich nähert. Unruhige Musik hebt leise ihr Haupt im Hintergrund. Der Mann hält zwei Tüten mit Eiscreme. An seinem rechten Bein klammert sich Philipp fest.
FRANK:
Ja! Sind die nicht hübsch, Marie! Willst du nicht auch dein Eis essen?
Man sieht jetzt Frank und Philipp, der Kleine hat sein Gesicht voller Vanilleeis. Frank wirkt leicht überfordert, aber zufrieden. Er setzt sich auf den Brunnenrand und seine Kinder machen es sich auf seinen Knien bequem.

10. Man sieht die finsteren Gestalten einander zunicken, bzw. wie sie über Walkie Talkies ein Signal austauschen. Dann hört man Schüsse aus einem Maschinengewehr. Man sieht Gruppen von Leuten, die zusammenzucken, denen allerlei aus den Händen fällt und die Entsetzt nach oben, in die Mitte der Galerie starren, wo ein Mann in schwarzer militärisch anmutender Kleidung steht, die Waffe in der Hand, und sich bereit macht, über ein Megaphon sein Anliegen vorzutragen.

Friday, 22. February 2008

Killerchamäleons. Die Eingangsszenen. (Teil 2)

3.
Das Bild ist relativ dunkel, beinah möchte man sagen: düster. Auf einem großen Tisch in einem unbestimmten (Keller)Raum liegen einige Baupläne. Drei düstere Burschen stützen sich auf den Tisch und murmeln Dinge in düsteren Fremdsprachen. Plötzlich hört man eine Stimme mit osteuropäischem Akzent.
BORIS:
Chabt ihr jetzt jendlich verstanden, worum es gjeht? Ihr sollt nur aufpassen, daß niemand abchaut. Den Rest übernehmen Volodja und Vanja.
Die Kamera zeigt zwei junge Burschen in militärischer Kleidung, die Boris zunicken und dann Equipment überprüfen. Kamera fährt zurück und zeigt wieder die drei am Tisch, sowie ein paar andere, die im Hintergrund sitzen.
MANN #1
No Boris, chto delat' esli sebat'sjat' kto-to?
[Untertitel: Aber Boris, was machen wir, falls jemand abhaut?]
BORIS:
(nach einer dramatischen Pause)Budete mochit'.
[Knallt sie ab]
Boris winkt Vladimir und Ivan hinzu. Die beiden stellen sich vor den Tisch.
VLADIMIR:
(beinah akzentfrei) Wir bringen die Sprengladungen hier hier und hier an. (zeigt jeweils auf einen Punkt auf dem Plan). Sobald wir damit fertig sind, informieren wir die Leute und nehmen Kontakt zu den Bechörden auf.
Die Kamera steht nun senkrecht über dem Plan und hält auf ihn, während dramatische Musik die Anweisungen übertönt. Die Finger Vladimirs sind bisweilen zu sehen, dann dissolve und überblenden zur identischen Ansicht des echten Einkaufszentrums.

Wednesday, 20. February 2008

SYRO0'S WORKSHOP: Action-TV-Drama-Slash-Katastrophenfilm selbst gebastelt. Teil 1

Nachdem es in den letzten Wochen sehr ruhig auf diesem Blog geworden ist, habe ich beschlossen, meine Leser in den nächsten Wochen mit atemberaubender Spannung zu fesseln.

Konkret heißt dies, als work in progress wird hier in absehbarer Zeit ein vollständiges Drehbuch für einen klassischen TV Actionfilm zwischen Drama und Katastrophenfilm entstehen. Der Titel:
KILLERCHAMÄLEONS -- Wenn du sie siehst, ist es zu spät
Um den Lesern nicht den Spaß zu verderben, wird nicht mehr erklärt, als der Zuschauer vor seinem Bildschirm ebenfalls verstehen würde (selbst, wenn er die Kurzzusammenfassung im Teletext oder im TV Programm nicht gelesen hat). Der Titel erklärt die Basisprämisse.

Die Länge und Anzahl der in den einzelnen Posts veröffentlichten Szenen hängt von der Tagesverfassung ab. Das klassische Layout des Skripts sowie die Einteilung in Soundtrack und Kameraführung wird zugunsten der Lesbarkeit adaptiert, aber falls möglich eingehalten. Nach Lust und Laune werden die interaktiven Möglichkeiten des Blogs genützt. And off we go.

1.
Ein blaugrünes Chamäleon groß im Bild; die Kamera schwenkt vom Kalenderblatt weg und fährt eine beige Wand entlang, an der Familienfotos und eine Pinnwand hängen; ein frischer Strauß roter Rosen mit einer Grußkarte in einer Vase auf einer Anrichte. Daneben liegen Schlüssel und eine Damenhandtasche. Im Hintergrund Kindergeschrei, das, als die Kamera durch einen offenen Durchgang in ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer schaut, einen Streitcharakter annimmt. Eine erwachsene Stimme fährt dazwischen
KATHRIN:
Philipp, Marie, aufhören! Es gibt gleich zu essen.
Die Kamera fängt die kleinen Kinder ein: ein blonder Junge und ein etwas älteres dunkelhaariges Mädchen spielen mit Spielzeugautos auf dem Parkettboden. Der Miniaturbus des Buben rammt ein Tischbein. Der Junge quietscht dabei, als quietschten die Bremsen und imitiert einen Knall beim Zusammenstoß. Closeup von Philipp und einem Teil des Sofas. Von links schieben sich zwei Teenagerbeine ins Bild. Man hört einen pulsierenden aber rauschenden Rhythmus aus den Kopfhörern, die das Mädchen aufhat.
Totale des Wohnzimmers. Man sieht durch das Milchglas der Wand rechter Hand schemenhaft die Mutter in der Küche. Sie verschwindet und taucht in der Tür auf.
KATHRIN:
Kommt ihr?! Essen ist fertig.
Die Kleinen springen auf. Das Teenagermädchen, Luisa, bleibt liegen. Sie hat ein Jugendmagazin vor dem Gesicht. Ungeduldig geht die Mutter auf sie zu, reißt ihr das Blatt aus den Händen.
KATHRIN:
Wir essen!
LUISA:
(empört; reißt sich erschrocken den Kopfhörer herunter) Ja, meingott, ich komm ja schon. (murmelt etwas)
KATHRIN:
Im Haus wird nicht mit Kopfhörern...
LUISA:
... Musik gehört. Ich weiß. Bei Papa darf ich das.
KATHRIN:
(resolut) bei Mama nicht. Und aus. Komm jetzt essen. Ich muß später noch ins Büro.
Mürrisch geht auch das Kind in die Küche. Schnitt zu

2.

Ein trüber Tag und eine grüne leicht hügelige Parklandschaft. Eine Figur in grauem, verschwitzten Trainingsanzug kommt querfeldein ins Bild gejoggt. Er atmet stoßweise und der Schweiß steht ihm im Gesicht. Man sieht keine anderen Leute und es wirkt, als finge es bald zu regnen an. Plötzlich läutet ein Handy. Closeup auf das Gesicht des Mannes. Sein Blick ist müde, er sieht mitgenommen aus. Stimme, als ob er seit Tagen mit niemandem gesprochen hätte. Zwischen den Sätzen wischt er sich immer wieder übers Gesicht, er schnauft, zieht stoßweise Luft durch die Nase ein und räuspert sich gegebenenfalls.
FRANK:
Ja?... Hi, nein, du störst nicht. Aha. Ja, ich kann frühestens in einer halben Stunde dort sein. Wieso macht ihr nicht ohne mich weiter. Morgen lassen wir sie gemeinsam hochgehen. ... Von wegen. Ich bin (räuspert sich) voll motiviert. Natürlich. Haha. Ich bin kein Polizist geworden um Berichte zu schreiben. Hör mal, ich muß dann meine Tochter abholen. Im Einkaufszentrum, ja. Gut, bis dann.
Er joggt aus dem Bild.

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ich verstehe diesen eintrag...
ich verstehe diesen eintrag noch immer nicht...
roland_and_his_burning_nose - 27. Apr, 21:26
dort gibt es zweifellos...
dort gibt es zweifellos weiße anzüge, hawaiihemden,...
syro0 - 18. Dec, 13:00
2009 wird ein Abba museum...
2009 wird ein Abba museum mit ca. 750 erinnerungsstücken...
turntable - 17. Dec, 22:29
polyphon sogar: ich bemerke...
polyphon sogar: ich bemerke erst jetzt einen gewissen...
syro0 - 26. Nov, 15:56
diesem Hausverstand pfeift...
diesem Hausverstand pfeift doch das schwein! grüße:-)
turntable - 25. Nov, 23:11
très charmant
très charmant
gizzy duststar - 17. Nov, 20:25
lol!
lol!
roland_and_his_burning_nose - 11. Nov, 18:41
danke für die ehre,...
danke für die ehre, welche mir zuteil wird. grüße
turntable - 2. Nov, 17:02

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Tacones lejanos (Pedro Almodóvar)

Matador (Pedro Almodóvar)

Ladri di biciclette (Vittorio de Sica)

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