Underdog Live Albums [Teil 2]
1. John Cale: Sabotage (Live), CBGB's New York, Juni 1979

Seine Jobs als Produzent für die Modern Lovers und Patti Smith scheinen Spuren bei John Cale hinterlassen zu haben. Im Juni 1979 spielt er mit einer jungen Band lauten, aggressiven, zynischen Rock auf Punkbasis im CBGB's. Das Ergebnis ist auf Sabotage (Live) zu hören. Nicht so hart wie sie manchmal eingeschätzt wird, ist die Platte dennoch vergleichsweise ungestüm. Umso faszinierender, daß derselbe Mann Paris 1919 gemacht hat.
2. Leonard Cohen: Live Songs, 1970, 1972

Wenn Leonard Cohen 1970-1972 eins nicht war, dann ist das gemütlich. Der manische Irrsinn, der bei Nummern wie "Please Don't Pass Me By (A Disgrace)", 13 Minuten lang, mitschwingt ist ebenso beunruhigend wie faszinierend. Wer Cohen auch nur ansatzweise für einen Folk-Songwriter hält, wird seine Meinung hiernach revidieren müssen. Dazu gibts ein Paar bekannte Songs, "Tonight Will Be Fine", "Bird On The Wire" und eine tieftraurige Version von "Nancy".
3. Lou Reed, John Cale & Nico: Le Bataclan '72

John Cale hat nur einen kurzen Set (3 Songs, einer davon "The Biggest, Loudest, Hairiest Group Of All") an diesem Abend, der die interessanten (sorry, Moe Tucker) Mitglieder von Velvet Underground wiedervereint. Der Rest gehört Lou Reed (5) und Nico (6). John Cale verspielt sich hie und da ["I'm Waiting For My Man"], Lou Reed auch, unüberhörbar stoned. Der Sound ist sowieso schwach, und alles in allem wärs keine Erwähnung wert, wär die Musik nicht so unsagbar geil. Ach ja, Lou Reed nennt Berlin seinen "Barbra Streisand song". Man sollte froh sein, daß die Herrschaften das nicht öfter machten.
4. Townes Van Zandt: A Gentle Evening With TVZ, 26.11.1969

Jetzt einen Gang zurückschalten, mit dieser frühen Aufnahme von Townes, vor seiner Alkoholkrankeit, vor seinen besten Alben noch, im Jahr 1969 (26. November, Carnegie Hall). Man hat schon reichlich Versionen von "Talking Thunderbird Wine Blues" und "The Ballad Of Ira Hayes" gehört, eher selten "Rake", "Lungs"; die unglaublich sanfte und berührende Folge von "Like A Summer's Thursday" -- "Second Lover's Song" -- "She Came And She Touched Me" ist aber unerreicht im beachtlichen Katalog von Livealben, die TVZ aufweist. Allein deshalb lohnt sich A Gentle Evening. "Tecumseh Valley" und "Talking KKK Blues" vervollständigen den Set. Dann gibts noch einen (durchschnittlichen) Witz.
5. -------
Was kann jetzt noch kommen?
Der leise Wunsch, Neil Youngs brilliantes 1973er Time Fades Away endlich auf CD veröffentlicht zu sehen. Anders als bei On The Beach und ein paar anderen Platten aus jener Zeit, die erst vor wenigen Jahren auf CD erschienen, und bei denen Neil angeblich auf bessere Klangmöglichkeiten als die Compact Disc gewartet hatte, ist ihm Time Fades Away zu schmerzhaft. Ich respektiere das. Man hat entweder einen Bootleg oder eine alte Vinylpressung. Allein, es ist schon schad drum.


Seine Jobs als Produzent für die Modern Lovers und Patti Smith scheinen Spuren bei John Cale hinterlassen zu haben. Im Juni 1979 spielt er mit einer jungen Band lauten, aggressiven, zynischen Rock auf Punkbasis im CBGB's. Das Ergebnis ist auf Sabotage (Live) zu hören. Nicht so hart wie sie manchmal eingeschätzt wird, ist die Platte dennoch vergleichsweise ungestüm. Umso faszinierender, daß derselbe Mann Paris 1919 gemacht hat.
2. Leonard Cohen: Live Songs, 1970, 1972

Wenn Leonard Cohen 1970-1972 eins nicht war, dann ist das gemütlich. Der manische Irrsinn, der bei Nummern wie "Please Don't Pass Me By (A Disgrace)", 13 Minuten lang, mitschwingt ist ebenso beunruhigend wie faszinierend. Wer Cohen auch nur ansatzweise für einen Folk-Songwriter hält, wird seine Meinung hiernach revidieren müssen. Dazu gibts ein Paar bekannte Songs, "Tonight Will Be Fine", "Bird On The Wire" und eine tieftraurige Version von "Nancy".
3. Lou Reed, John Cale & Nico: Le Bataclan '72

John Cale hat nur einen kurzen Set (3 Songs, einer davon "The Biggest, Loudest, Hairiest Group Of All") an diesem Abend, der die interessanten (sorry, Moe Tucker) Mitglieder von Velvet Underground wiedervereint. Der Rest gehört Lou Reed (5) und Nico (6). John Cale verspielt sich hie und da ["I'm Waiting For My Man"], Lou Reed auch, unüberhörbar stoned. Der Sound ist sowieso schwach, und alles in allem wärs keine Erwähnung wert, wär die Musik nicht so unsagbar geil. Ach ja, Lou Reed nennt Berlin seinen "Barbra Streisand song". Man sollte froh sein, daß die Herrschaften das nicht öfter machten.
4. Townes Van Zandt: A Gentle Evening With TVZ, 26.11.1969

Jetzt einen Gang zurückschalten, mit dieser frühen Aufnahme von Townes, vor seiner Alkoholkrankeit, vor seinen besten Alben noch, im Jahr 1969 (26. November, Carnegie Hall). Man hat schon reichlich Versionen von "Talking Thunderbird Wine Blues" und "The Ballad Of Ira Hayes" gehört, eher selten "Rake", "Lungs"; die unglaublich sanfte und berührende Folge von "Like A Summer's Thursday" -- "Second Lover's Song" -- "She Came And She Touched Me" ist aber unerreicht im beachtlichen Katalog von Livealben, die TVZ aufweist. Allein deshalb lohnt sich A Gentle Evening. "Tecumseh Valley" und "Talking KKK Blues" vervollständigen den Set. Dann gibts noch einen (durchschnittlichen) Witz.
5. -------
Was kann jetzt noch kommen?
Der leise Wunsch, Neil Youngs brilliantes 1973er Time Fades Away endlich auf CD veröffentlicht zu sehen. Anders als bei On The Beach und ein paar anderen Platten aus jener Zeit, die erst vor wenigen Jahren auf CD erschienen, und bei denen Neil angeblich auf bessere Klangmöglichkeiten als die Compact Disc gewartet hatte, ist ihm Time Fades Away zu schmerzhaft. Ich respektiere das. Man hat entweder einen Bootleg oder eine alte Vinylpressung. Allein, es ist schon schad drum.

syro0 - Fri, 09.02.2007, 15:00