s'que ça doit être comme ça?

Das Deutsche ist manchmal hoffnunglos unflexibel. Man hat das Gefühl, neue grammatische Kategorien erfinden zu müssen, um leichtfüßige, virtuose Effekte zu erreichen. Durch gezielte Arbeit am sprachlichen Material lassen sich freilich erstaunliche Resultate erzielen.
Es ist wahrscheinlich, daß ein Romantext Passagen von verschiedener Intensität braucht, um einen erträglichen Textfluß über längere Strecken hinweg aufrecht zu erhalten. Der Leser kann zu viele Informationen auf zu vielen Ebenen nicht verarbeiten, wenn das Geschriebene zu lange zu dicht ist; klare Schnitte und Abgrenzungen zwischen Passagen erleichtern den Zugang zu einem Roman erheblich, aber all dies kann kaum bedeuten, daß es sorgfältige und weniger sorgfältig gearbeitete Stellen geben soll: der ideale Autor muß auch die gemäßigten Stilvarianten beherrschen, um seine Effekte gezielt einsetzen zu können. Es ist unabdinglich, selbst wenn der Text auf Stagnation abzielt, diese Stagnation durch sprachlich interessante Mittel zu erreichen und nicht durch automatisches Schreiben, vergleichbar den Zügeln beim Reiten. Das wichtigste ist, die Zügel nie ganz loszulassen.
Die Hauptarbeit beim Schreiben besteht meines Erachtens darin, durch größtmögliche Anstrengung einen Text zu erschaffen, der dem Leser konsequent erscheint, unausweichlich und mühelos.

*klopf dir auf die schulter*

lg

mart - 26. Sep, 15:41

Ihr habt mir viel zu oft

auf die Schulter geklooooopft

xxlinkxx
gizzy duststar - 27. Sep, 09:17

"Ich glaube nicht, daß etwas Wertvolles entstehen könnte, wenn es nicht in einer extremen Lebenssituation entsteht."
Blixa Bargeld, 1983

syro0 - 27. Sep, 12:41

Interessant. Ich frage mich, was Blixa meint. Er spricht vermutlich von Kunst (daß ein Goldschmied permanent unter Streß stehen müßte um seinen Schmuck herzustellen, ist zu bezweifeln), kann aber kaum meinen, daß wir alle Songs schreiben sollen während des Fallschirmspringens oder im Basislager des Mt. Everest.

Ich sehe künstlerische Inspiration als extreme Lebenssituation. In einer Zeit, wo das Konzept immer wichtiger wird als die Umsetzung, und wenn nicht das Konzept, dann die Verpackung, ist genaues Arbeiten am Material ein seltener Fall. Wer sagt, daß man dazu nicht von innen getrieben wird, kennt die Situation nicht. Insofern hat er schon Recht, der Herr Bargeld, und was anderes kann er kaum meinen, der jahrelang als Brotberuf in Nick Caves Band angestellt war und Songs über Jahre hinweg bearbeitet und verändert hat (etwa "I Wish This Would Be Your Color", das irgendwann als "Sabrina" wiederauftaucht).
Auf alle Fälle ist die Aussage vernünftiger als dieses grauenhafte "jeder Mensch ist ein Künstler".

Du brauchst eine extreme Lebenssituation (oder musst eine solche durchschritten haben, meiner Meinung nach) für die künstlerische Inspiration; sei es nun eine offensichtlich extreme LS, oder eine stille, schweigende, bedrohende.

Liegt doch nahe, zu nahe?

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ich verstehe diesen eintrag...
ich verstehe diesen eintrag noch immer nicht...
roland_and_his_burning_nose - 27. Apr, 21:26
dort gibt es zweifellos...
dort gibt es zweifellos weiße anzüge, hawaiihemden,...
syro0 - 18. Dec, 13:00
2009 wird ein Abba museum...
2009 wird ein Abba museum mit ca. 750 erinnerungsstücken...
turntable - 17. Dec, 22:29
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syro0 - 26. Nov, 15:56
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diesem Hausverstand pfeift doch das schwein! grüße:-)
turntable - 25. Nov, 23:11
très charmant
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gizzy duststar - 17. Nov, 20:25
lol!
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roland_and_his_burning_nose - 11. Nov, 18:41
danke für die ehre, welche...
danke für die ehre, welche mir zuteil wird. grüße
turntable - 2. Nov, 17:02

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